Selfies – warum wir uns so gern selbst fotografieren?

Selfie

Selfies sind längst nicht mehr unbekannt. Es wird einem spielend einfach gemacht. Ihr zückt euer Hand, dreht den Fokus der Linse um und schon könnt ihr in die Kamera lächeln und auf den Auslöser drücken. Wem es nicht ausreicht, sind Erweiterungen wie ein Selfie-Stick natürlich keine schlechte Option, um eigene Schnappschüsse zu machen. Dabei wird auf die Hilfe von Passanten verzichtet, denen man noch die Handhabung der Kamera erklären muss und im schlechtesten Fall sind die Ergebnisse alles andere als hinnehmbar.

Selfies sind also keine Seltenheit und lassen sich an touristischen Orten sehr schön beobachten. Doch sind eigene Schnappschüsse in Form von Selfies eigentlich ein wenig normal? Haben Menschen, die ständig Selfies schießen und einen Hang zur Aufmerksamkeit suchen ein psychisches Problem? Zeigt sich in gewisser Weise ein hoher Grad an Narzissmus durch die angebliche Selbstverliebtheit? Dieser Artikel beleuchtet die Welt der Selbstfotografie vor allem aus psychologischer Ebene.

Was sind Selfies eigentlich und warum sind sie so beliebt?

Als Selfies werden Fotografien bezeichnet, bei der die Fotografen sich selbst fotografieren und dabei geht es in erster Linie um die Nutzung von iPhones und Smartphones. Das ist im modernen Zeitalter möglich, weil die Fotoapparate dafür optimal konstruiert sind. Smartphones sind vom Gewicht her leicht und der Bildfokus lässt sich auf dem Bild klar erkennen. Dafür reicht schon eine Armlänge Abstand aus, um mit einigen weiteren Personen ein Foto zu schießen.

Selfies sind auch mit der Spiegelreflexkamera möglich! Zum einen lassen sich Fotos auf klassischem Weg über Stative erstellen oder aber manuell mit der Kamera in der einen Hand. Letzteres ist sogar spielend möglich, wenn die Kamera schwenkbare Displays haben und die Fokuspunkte den Schärfegrad der zu fotografierenden Personen automatisch anpassen. Das Wort Selfie an sich besteht in Deutschland mit der zunehmenden Nutzung von Smartphones für Fotografien und mit der intensiven Nutzung von sozialen Netzwerken in den Jahren ab 2012. Wirklich groß in den Schlagzeilen kam der Begriff im Jahr 2013 in besonderer Häufigkeit auf. Das Wort „Selfie“ wurde von den Oxford Dictionaries zum englischen Wort des Jahres gekürt und seitdem hat sich der Begriff hierzulande eingebürgert.

Personen des öffentlichen Lebens machen es vor

Ein Selfie an sich ist keine neue Erfindung, verfestigt sich aber im Zuge der intensiven Nutzung diverser Social-Media-Kanäle in den Köpfen der Leute, was durch Trends noch verstärkt wird. Dazu gehören u.a. Duckfaces, T-Rex Hand, Shower-Selfies (halbnackte Pose im Badezimmer) oder das Fotografieren von bestimmten Körperteilen wie die braun gebrannten Beine am Strand. Zudem kommen noch Selfie-Fotografien über Plattformen wie Snapchat, wo noch zusätzliche Filter eingebaut werden.

 

Es ist wirklich sehr faszinierend, welche Dimensionen die Selbstfotografie eingenommen haben.

Moralische Bedenken der intensiveren Nutzung von Selfies?

Selbstfotografien in Form von Selfies sind keine Seltenheit mehr. Doch ist eine intensive Nutzung zur Selbstdarstellung über soziale Netzwerke wie Instagram oder Facebook auch mit einem verstärkten Aufmerksamkeitsdrang verbunden? Lässt die nach außen präsentierte Selbstverliebt in einer übermäßigen Form Rückschlüsse auf den psychischen Zustand der Person oder der Personengruppen zu. Interessant ist der Artikel hier unter http://m.aerzteblatt.de/print/185497.htm . Hier wurde der Zusammenhang digitaler Selbstablichtung und Persönlichkeitsstruktur untersucht. In bereits 30 untersuchten Studien davor ist eine Gemeinsamkeit vorhanden. Die intensive Beschäftigung mit Selfies bringt eine höhere Beschäftigung mit der eigenen Person. Und die aktuelle Studie auf der Seite erweitert die Analyse neben den klassischen Persönlichkeitsmerkmalen klinisch bedeutsamen Persönlichkeitsakzentruierungen.

Nicht überraschend werden die Ergebnisse der Befragung unter den 212 Personen (166 Frauen) sein: eine signifikante Korrelation von Häufigkeit der und dem Narzissmus Score ist vorhanden. Eine Korrelation aber zu den Big Five der Persönlichkeitsstrukturen scheint hier aber nicht eindeutig einem kausalen Zusammenhang zuzuordnen. Interessant wären in diesem Zusammenhang noch signifikante Zusammenhänge mit Patienten, die von einem hohen Grad an emotionaler Labilität gekennzeichnet sind.

Selfies haben ein unausgeschöpftes Potential im Bereich Social Media

Wenn die Selbstfotografen über den eigenen Tellerrand hinausblicken, sind in Sachen kreativer Fotokunst viele weitere Möglichkeiten möglich als nur die ganze Zeit Brüste, Hintern, sexy Sommerfigur mit Urlaubspanoramabildern oder eigene Fitnesstrainingsfortschritte abzulichten. Der Blick müsste über die eigene Selbstverliebtheit hinaus weitergespinnt werden. Denn als unnormal und kopfschüttelnd sind Selfies in meinen Augen nicht zu sehen.

Warum wir uns selbst fotografieren, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die einen machen es als Erinnrungsbild für schöne Stunden in einem angenehmen Umfeld. Andere verdienen durch Selbstmarketing der eigenen Person damit Geld. Wir dürfen gespannt sein, in welche Richtungen sich diese Form der Fotografie entwickelt.

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Khoa

Fotografie ist Kunst, Kreativität und Leidenschaft. Früher habe ich tausende Bilder mit der Handykamera geschossen und habe mich irgendwann dazu entschlossen, mit meiner eigenen Kamera Bilder zu schießen, die euch gefallen könnten. Diese Leidenschaft fürs Fotografieren ist genauso groß wie die Gestaltung von Texten. Als Blogger hoffe ich natürlich, dass euch meine Atikel gefallen und ich im Laufe der Zeit euch neue Insprationen vorstellen kann.