Wozu braucht man beim Fotografieren ein Stativ?

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Blick in den Horizont

Großes, aufklappbares Teil, relativ schwer und mitunter auch nicht ganz billig- Stative sind wahrlich nicht jedermanns Geschmack und ich muss auch ehrlich zugeben, dass sie unterwegs manchmal doch ein wenig lästig sein können. Doch Stative gehören zum Handwerkszeug eines guten Fotografen und wofür sie gut sind, will ich an bestimmten Punkten erklären. Vorab gesagt: es gibt auf fototechnischer Sicht unzählige Vorteile, die mit dem Stativ verbunden sind und natürlich werde ich nicht alle aufzählen können. Doch die wichtigsten Argumente dafür gehören einfach rein.

Stativ

Dafür ist ein Stativ gedacht

Alternative zur ruhigen Hand

Unabhängig davon, ob es dunkel, hell oder man betrunken mit der Kamera durch die Gegend torkelt: eine fix angebrachte Kamera auf einem Stativ ist der Ersatz für eine ruhige Hand. Ich habe schon Bilder geschossen, wo die Bilder auf der Hand lagen und die Bildqualität sogar noch besser war als auf einem Stativ. Der Verwendungszweck spielt eine maßgeblich Rolle für die Nutzung eines Stativs! Zwar arbeiten moderne Kameras mit Vibrationsreduktionssystemen, diese beschränken sich auf einige Bereiche bei der Blendeneinstellung. Zudem kann man mit einem Stativ das Bild zielgenau fixiert werden! Ihr habt vor der Kamera ein bestimmtes Panoramabild im Augen und von rechts nähern sich Möwen im Kreisflug. Wenn sie für das Bild nicht schön sind, sollte die Kamera nach links gerichtet werden und das geht mit einem Stativ millimetergenau.

Sonnenuntergang in München

Das Fotografieren mit einem Stativ unterscheidet in gewisser Weise einen professionellen Fotografen von einem Hobbyfotografen. Habt ihr bei der WM verfolgt, mit welchen Ausrüstungen die Fotografen herumgelaufen sind? Neben meterlangen Objektiven war stets ein Stativ dabei. Wenn Messi  von unten in sehr weiter Entfernung fotografiert wird, ist die freie Hand eher weniger optimal. Denn wie wollt ihr ein meterlanges Teil halten und gleichzeitig ein bestimmtes Objekt ohne Objektiv zittrige Hände fotografieren. Dafür ist das Objektiv u.a. dafür gedacht.

Ein Muss bei hohen Verschlusszeiten

Siegestor München

Lange Verschlusszeiten sind auch Resultat bei dunklen Verhältnissen und erfolgen auf den Kameras meist unfreiwillig. Bei kleiner Blende, angepasstem ISO Wert und geringer Beleuchtung fällt die Belichtungszeit bzw. die Verschlusszeit viel länger aus. Eine lange Belichtungszeit wird in der Fotografie bei geringem Licht auch dazu verwendet, um Bewegungen von Objekten wie etwa Züge, Autos als künstlerische Effekte darzustellen, ohne dass das Bild mit den fix stehenden Objekten verwackelt erscheint. Ihr habt schon Bilder gesehen, wo Autos als leuchtende Strahlen auf dem Bild wahrgenommen werden oder wo Sternenkonstellation bei einer Belichtungszeit von mehreren Minuten die Bahn verlassen. Auch klasse ist die Fotografie im BULB Modus, wo die Belichtungszeit so lange anhält, wie man den Knopf gedrückt hält (vgl. das tolle Video von Jaworsky).

 

Genau solche Fotografien können selbst in Bewegungsstarre mit der Hand in solcher Perfektion ohne Stativ nicht geschossen werden. Das Stativ hält die Kamera ruhig und sorgt bei Belichtungszeiten von 30 Sekunden, dass keine verwackelten Bilder entstehen.

Für  Makrofotografie optimal

Habt ihr schon mal Retroadapter/ Zwischenringe für Makrobjektive genutzt? Supermakros mit Retroadapter lassen Nahaufnahmen in Lupeneffekt noch größer erscheinen, indem das Objektiv umgekehrt mit der Vorderfront zur Kamera mithilfe eines Zwischenrings verbunden wird. Das Bildmotiv beschränkt sich hierbei auf einen kleinen Öffnungsbereich. Wenn beim Bild nun die Augen eines Käfers fotografiert werden, ist ein stabiles Stativ ideal, aber kein Muss. Gerade bei etwas größeren Entfernungen ist eine stabile Lage bei der Kamera sehr gefragt. Befindet sich der Käfer auf dem Boden, sind Freihandschnappschüsse in Knieposition oder auf dem Boden liegend nicht gut geeignet, wenn der Käfer im nächsten Moment flüchten kann.

Pflanze in der Makroaufnahme

Schon beim Fotografieren Einstellungen vornehmen (Live-View)

Sitzt die Kamera fest auf dem Stativ, lassen sich mehrere Einstellungen einstellen, während die Kamera auf das Objekt gerichtet ist. Bei schwierigen Verhältnissen wie Gegenlichteffekten bei der Landschaftsaufnahme können Vergleichsbilder durch Anpassung von Blenden, Verschlusszeiten, ISO-Werten und passenden Filtern vorgenommen werden, ohne dass die Kamera bewegt wird. Anhand der geschossenen Bilder können Einstellungen bei Wunsch noch weiter angepasst werden. Im Live-View Modus ist das Bild auf dem Display der Kamera angezeigt und dort lassen sich mehrere Optionen vornehmen, während man das Bild vor dem Auge hat. Ändern sich die Lichtverhältnisse, kann per Knopfdruck das gewünschte Motiv hergestellt werden

Selbstfotografie mithilfe eines Stativs

Soll ein Gruppenbild mit euch und euren Freunden mithilfe eines Auslösers geschossen werden, wäre es nicht schlecht, wenn die Kamera nicht lose auf einer Oberfläche liegt. Beim Stativ lassen sich Höhenwinkel einstellen, so dass in niedrigerer Position die Sehenswürdigkeit im Hintergrund auf dem Bild abgebildet werden kann. Auch für Selbstporträts ist ein Stativ gut geeignet. Allerdings sollte hier schon ein wenig Erfahrung vorhanden sein (wenn es um Bewerbungsbilder, Passbilder, Hochzeitsporträts geht), ohne die Bilder nachträglich zu bearbeiten.

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Khoa

Fotografie ist Kunst, Kreativität und Leidenschaft. Früher habe ich tausende Bilder mit der Handykamera geschossen und habe mich irgendwann dazu entschlossen, mit meiner eigenen Kamera Bilder zu schießen, die euch gefallen könnten. Diese Leidenschaft fürs Fotografieren ist genauso groß wie die Gestaltung von Texten. Als Blogger hoffe ich natürlich, dass euch meine Atikel gefallen und ich im Laufe der Zeit euch neue Insprationen vorstellen kann.

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